Saarländischer Wald.
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Gute Ausgangslage mit Blick auf den Klimawandel – Umweltminister Jost stellt Masterplan für den saarländischen Wald vor

Andauernde Hitze und Trockenheit haben in den letzten beiden Jahren dem Wald erheblich zugesetzt – auch im Saarland. „Wenn wir uns die Schadensbilanz anschauen, können wir allerdings feststellen, dass wir im Saarland noch vergleichsweise glimpflich davonkommen – dank jahrzehntelanger naturnaher Bewirtschaftung“, sagt Umweltminister Reinhold Jost.

29 Views 14.10.2019

So weist der Staatswald des Saarlandes den im Ländervergleich höchsten Anteil an Laubbäumen auf, nämlich 75 % (Bund 44 %). Der Holzvorrat hat sich trotz Holznutzung von 7,3 Mio. m3 im Jahr 1990 auf 13,7 Mio. m3 in 2018 fast verdoppelt. Dies sind Ergebnisse der inzwischen ausgewerteten Staatswald-Inventur 2018.  

 

„Die Ergebnisse dieser Inventur zeigen, dass wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten alles richtig gemacht haben. Das ist eine gute Ausgangslage mit Blick auf den Klimawandel. Mit unserer Baumartenzusammensetzung sind wir Vorreiter beim Umbau des Waldes hin zum klimastabilen Wald. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserer naturnahen Waldbewirtschaftung auch die richtige Strategie für die Zukunft haben“, so der Minister. „Die neuen klimatischen Herausforderungen machen jedoch Anpassungen notwendig, die wir behutsam und planmäßig angehen. Wir wollen keinen Aktionismus und keine schnellen Experimente etwa mit exotischen Baumarten.“

 

Den „Masterplan“ für den saarländischen Wald fasst Minister Jost in zehn Punkten zusammen: 

 

  1. Wiederbewaldungsstrategie – konkrete Maßnahmen:

    Eine-Million-Bäume-Programm

    Nadelbaumreinbestände weiterhin umbauen in baumartenreiche Mischwälder

    Bisher ca. 300 ha befallene Fichtenbestände entnehmen und wieder aufforsten;

-       entweder durch Naturverjüngung

-      oder Anpflanzung mit Wildlingen

Zur Erhaltung eines angemessenen Nadelholzanteiles zukünftig ausschließlich in Mischbeständen auch Weißtanne  und andere klimaresistente  heimische Nadelbaumarten an geeigneten Standorten einbringen

 

  1. Holzvorrat weiter erhöhen ( von 350 auf 400 m3/Hektar)

    Jost: „Wir haben uns entschieden, unseren Holzvorrat weiter ansteigen zu lassen und entsprechend auf Einnahmemöglichkeiten zu verzichten. Damit  erhöhen wir die ökologische Leistung des Waldes und auch die CO2-Speicherleistung.“

 

3.  Reduzierter Hiebsatz

Jost: „Wir wollen den erstmals in dieser Deutlichkeit erkennbaren Schädigungen an der Buche und anderen Laubbaumarten entgegenwirken und streben mit der Maßnahme eine ökologische Stabilisierung des Waldinnenklimas an. Dies kann erreicht werden durch Verzicht auf die Ernte der Hälfte aller ausgezeichneten dicken Bäume über 70 cm.“

 

  1. Begleitende fachliche und fachwissenschaftliche Untersuchungen

 

  1. Keine Kompensation von Einnahmeverlusten und erhöhten Aufwendungen durch erhöhten Einschlag in alte Wertholzbestände (alte Buchen) im Staatswald

    Jost: „Wir streben die Inwertsetzung von ökologischen Leistungen des SaarForst-Landesbetriebes an.“

 

  1. Offensive zur Steigerung des Einsatzes von Holz in langlebigen Produkten und im Bau

 

  1. Beibehalten der Betreuung und Beratung des Kommunal- und Privatwaldes

 

  1. Förderpaket für Kommunal- und Privatwald mit Hilfen des Bundes und des Landes im Rahmen der GAK für Wiederaufforstung und weiteren Stabilisierung (Förderprogramm) erhöhen und anpassen

 

Jost: „Das wird Gegenstand des „Waldgipfels“ am 25. September in Berlin sein, bei dem ich mich für eine stärkere Förderung mit GAK-Mitteln einsetzen werde.“

 

  1. Forderung an den Bund: Mögliche Erlöse aus dem  CO2-Zertifikatehandel für zusätzliche CO2-Senkenleistungen im Wald sollen auch den Waldeigentümern als Kompensation ihrer Mehraufwendungen und Mindererlöse in der Zeit der Umstellung zugute kommen

 

  1.  Strategien zur Wald-Wild-Problematik

     

    Hintergrund:

    Die Staatswaldinventur (SWI) wird nach einem bewährten Stichprobenverfahren in naturnahen Wäldern  (Schweizer Kontrollstichprobe) durchgeführt.

    Die SWI arbeitet mit permanenten Stichprobenpunkten (insgesamt 3174 Punkte).

    Bei der Inventur werden darüber hinaus repräsentative Aufnahmen von Einzelbäumen gemacht.

    Die Ergebnisse der Inventur und der Einzelbäume werden auf die Gesamtfläche (rund 38.000 Hektar) hochgerechnet.

Die SWI beinhaltet eine Analyse der abgeschlossenen 10-Jahres-Periode und liefert Entscheidungsgrundlagen für die kommenden 10 Jahre.

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