Verbraucherschutzminister Reinhold Jost und Staatssekretär Roland Krämer testen Glühwein
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Glühwein und Zimtgebäck schneiden bei Lebensmittelkontrollen im Saarland gut ab

Die Lebensmittelkontrolleure des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) führen auch in diesem Jahr Kontrollen auf den Weihnachtsmärkten im Saarland durch. Besonders unter die Lupe genommen wird hier natürlich das mit Abstand beliebteste Markt-Getränk, der Glühwein. Bisher wurden 16 Proben Glühwein und Glühwein ähnliche Heißgetränke untersucht. Die Proben stammten alle aus dem Ausschank.

211 Views 14.12.2018

Glühwein ist per Verordnung ein aromatisiertes, weinhaltiges Getränk, das ausschließlich aus Rotwein oder Weißwein gewonnen wird, das hauptsächlich mit Zimt und/oder Gewürznelken gewürzt wird und bei dem der vorhandene Alkoholgehalt mindestens 7 % Volumen beträgt. Der Zusatz von Wasser ist untersagt.

Von den 16 Proben wurde eine Probe beanstandet:  Der Alkoholgehalt war hier zu niedrig. Der Wein war offenbar zu lange erhitzt bzw. zu stark verdünnt worden.

 

Im Rahmen dieser Schwerpunkkontrolle werden bis Weihnachten auch die Verkaufsstände auf Einhaltung der Hygiene-Standards kontrolliert. Bei der Überprüfung der bislang 320 Einzelstände wurden in einigen Fällen geringfügige Mängel hinsichtlich der Lebensmittel-Lagerung und der Kenntlichmachung von Zusatzstoffen und Allergenen festgestellt. An einigen Ständen fehlte das vorgeschriebene Handwaschbecken. In einem Fall war ein Verkaufsstand ohne Fußboden in unbefestigtem Wiesengrund aufgestellt worden. Ein nicht angemeldeter Verkaufsstand, der überdies in einem schlechten baulichen Zustand war, wurde auf Anraten des zuständigen Lebensmittelkontrolleurs durch kommunale Mitarbeiter entfernt.

In den meisten Fällen konnten die  vorrangig  baulichen und hygienischen Mängel  vor Ort – noch während der Kontrolle – behoben werden.

 

Verbraucherschutzminister Reinhold Jost zeigt sich zufrieden über die bisherigen Ergebnisse: „Gemessen an der Vielzahl der Weihnachtsmärkte und der kulinarischen Vielfalt an den Einzelständen kann von Seiten der Lebensmittelüberwachung den Standbetreibern und den vielen ehrenamtlichen Helfern ein großes Lob ausgesprochen werden. Nicht zuletzt haben auch die zahlreichen Beratungsgespräche unseres Landesamtes im Vorfeld Wirkung gezeigt.“

 

Wie in jedem Jahr richten die Lebensmittelkontrolleure in der Vorweihnachtszeit ihr Augenmerk auch auf die Zimtplätzchen, die auf Weihnachtsmärkten, aber auch in Bäckereien, Cafés und anderen Geschäften verkauft werden. Diese werden auf ihren Gehalt an Cumarin untersucht, das in hohen Dosen gesundheitsschädlich sein kann.

Ergebnis der Kontrollen: 37 der 46 genommenen Proben wurden bislang untersucht. Die Backwaren stammten überwiegend aus handwerklicher Herstellung saarländischer Betriebe. Der Grenzwert für Cumarin von 50 mg/kg wurde bei keiner der untersuchten Proben überschritten.

Bei insgesamt 17 Proben wurden allerdings Kennzeichnungsmängel festgestellt.

 

Cumarin, ein Bestandteil von Zimt, kann in höheren Mengen Kopfschmerzen auslösen und sogar die Leber schädigen. Erst bei einer deutlichen Überschreitung des EU-Grenzwertes von 50 mg/kg ist jedoch eine Gesundheitsgefährdung zu befürchten.  Wenn der EU-Grenzwert eingehalten wird, ist bei üblichen täglichen Verzehrsmengen (bis ca. 30 g Zimtsterne und 100 g Lebkuchen) auch bei Kindern keine Gefahr zu befürchten.  

Bei Zimt unterscheidet man zwischen Cassia-Zimt, der einen hohen Cumaringehalt (bis 6000 mg/kg) aufweist und Ceylon-Zimt, der nur geringe Mengen an Cumarin enthält. Da Cassia-Zimt billiger ist, wird meist dieser zur Herstellung von zimthaltigen Backwaren verwendet.

Minister Jost rät den Verbraucherinnen und Verbrauchern, beim Backen Ceylon-Zimt zu verwenden. „Bei Ware, die unter der alleinigen Bezeichnung „Zimt“ angeboten wird, handelt es sich in der Regel um Cassia-Zimt. Dieser sollte nur sparsam verwendet werden.“

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