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Erstmals auf Schneckensuche im Saarland: Rund 60 Forscher lüfteten an Pfingsten Geheimnisse der saarländischen Schneckenfauna

Die Schnecken des Saarlandes können generell als schlecht erforscht betrachtet werden. Der wohl letzte „große“ Malakozoologe, so werden Schneckenforscher wissenschaftlich korrekt bezeichnet, der im Saarland arbeitete, war Siegfried Jaeckel während seiner Zeit an der Westfront im Zweiten Weltkrieg. Das änderte sich zu Anfang des Monats: An Pfingsten waren rund 60 Schneckenforscher, einer von ihnen reiste sogar aus Schweden an, im Saarland, um die verbliebenen Geheimnisse zur dortigen Schneckenfauna zu lüften.

213 Views 18.06.2019

Im Rahmen des 58. Frühjahrstreffens der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft, der Gesellschaft deutscher Schneckenforscher, bereisten die Wissenschaftler unterschiedliche Lebensräume und suchten  im Saarland bislang noch unbekannten Arten. „Obwohl diese Treffen in der 150-jährigen Geschichte unserer Malakozoologischen Gesellschaft in fast allen Teilen Deutschlands stattfanden, hat uns bislang keines der Jahrestreffen ins Saarland geführt", so Dr. Vollrath Wiese, erster Vorsitzender der Gesellschaft und gleichzeitig Direktor des auf Schnecken spezialisierten „Haus der Natur – Cismar“ an der Ostseeküste. Dies lag vor allem daran, dass es vor Ort keine Schneckenforscher gab, die ein solches Treffen hätten organisieren können.

Nun konnte durch die Kooperation zwischen Dr. Carsten Renker, Schneckenforscher am Naturhistorischen Museum in Mainz und Dr. Steffen Caspari, Wissenschaftler am Zentrum für Biodokumentation in Landsweiler-Reden, ein solches Treffen organisiert werden. Dr. Caspari war bereits vor der Expedition davon überzeugt, neue Arten zu entdecken, was sich schließlich auch bewahrheitete.

 

Eines der Ziele war der Schaumberg in Tholey. Hier haben die Forscher im Rahmen der Exkursionsvorbereitungen bereits die Spindelförmige Schließmundschnecke Macrogastra rolphii wiederentdeckt, die dort nahe an ihrer östlichen Verbreitungsgrenze vorkommt und die seit den Berichten durch Jaeckel vor 80 Jahren bis in unser aktuelles Jahrtausend aus dem Saarland nicht mehr erwähnt wurde.