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Anerkennung der forensisch-psychiatrischen Ambulanz an der Universität Homburg

Ambulantes Therapieprogramm im Saarland: Justizminister Strobel und sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Mertin unterzeichnen Anerkennungsvereinbarung.

32 Views 17.04.2019

Am heutigen Montag haben der saarländische Justizminister Peter Strobel und sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Herbert Mertin im Dekanatssaal der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg eine Vereinbarung über die Anerkennung und Nutzung der Forensisch-Psychiatrischen Ambulanz (FPA) an der Universität Homburg für die saarländische und rheinland-pfälzische Justiz unterzeichnet.

Anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung erklärte Justizminister Herbert Mertin: „Das therapeutische Angebot in Forensischen Ambulanzen ist ein entscheidendes Hilfsmittel, um weitere gefährliche Gewalt- und Sexualstraftaten durch rückfallgefährdete Personen zu verhindern. Mit dem neuen Standort in Homburg können wir das in den letzten 10 Jahren stetig gewachsene Angebot an Forensischen Ambulanzen in Rheinland-Pfalz gut ergänzen und zu einer starken Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten insbesondere in den angrenzenden Gebieten Pirmasens und Zweibrücken beitragen. Ich freue mich, dass dieses Projekt durch eine weitere länderübergreifende Zusammenarbeit mit dem Saarland verwirklicht werden kann.“

 

Der saarländische Justizminister Peter Strobel betonte: „Die nachhaltige Resozialisierung von Straftätern ist Opferschutz im besten Sinne. Mit der neuen forensisch-psychiatrischen Ambulanz am Standort Homburg als feste Anlaufstelle für entlassene Sexual- und Gewaltstraftäter werden wir für diesen Bereich eine deutliche Verbesserung der Qualität erreichen. Wir sind auch froh, die gute und

langjährig praktizierte Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Justizministerium, insbesondere im Bereich des Justizvollzuges, um diesen wichtigen Baustein in der ambulanten Nachbetreuung zu erweitern.“

 

Die Universitätsmedizin Homburg erhält von beiden Justizministerien jeweils hälftig eine Anschubfinanzierung. Im Anschluss an die Unterzeichnung der Anerkennungsvereinbarung übergab Minister Mertin daher Frau Prof. Dr. Martine Sester als Vertreterin der Universität des Saarlandes einen Zuwendungsbescheid, um die Grundfinanzierung der FPA zu gewährleisten. Das Saarländische Justizministerium fördert die FPA seinerseits mit einer jährlichen Zuweisung i. H. v. jährlich mit 20.000,00 EUR.

 

Hintergrund:

Die Verhinderung neuer Straftaten ist eine wirksame und notwendige Maßnahme des Opferschutzes. Erklärtes Ziel ist es daher, dass gefährliche Gewalt- und Sexualstraftäter bei entsprechendem Bedarf auch nach einer Haftentlassung eine rückfallvermeidende Therapie erhalten. Während der Zeit der Inhaftierung werden durch inzwischen immer besser entwickelte Therapieprogramme und mit oftmals hohem personellen Aufwand gute Behandlungsfortschritte erreicht. Durch Studien weiß man jedoch, dass diese Erfolge nur in Verbindung mit einer abgestimmten therapeutischen Nachsorge nach der Entlassung längerfristig stabilisiert werden können.

Da die Behandlungskosten weder vom Sozialhilfeträger noch von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen werden, wurden vom Ministerium der Justiz für die Übernahme dieser Kosten Sachmittel in den aktuellen Haushalt eingestellt.

Herr Prof. Dr. Wolfgang Retz hat an der Universität in Homburg kürzlich die Forensisch Psychiatrische Ambulanz (FPA) des Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie ins Leben gerufen. Sie wird auf Grundlage gerichtlicher Weisungen sowohl saarländische als auch rheinland-pfälzische Probanden behandeln. Die neue Ambulanz wurde nun förmlich als forensische Ambulanz von beiden Ministerien der Justiz anerkannt.

Anerkennung der forensisch-psychiatrischen Ambulanz an der Universität Homburg
MdJ

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