Die Pläne für die neue anerkannte Europäische Schule werden konkreter
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Internationale Schule nimmt konkrete Form an

Die geplante internationale Schule am Standort Saarbrücken soll auf Wunsch des Bildungsministers Ulrich Commerçon eine sogenannte „anerkannte öffentliche Europäische Schule“ werden.

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„Eine Eliteschule oder Privatschule, an der Schulgeld gezahlt werden muss, wird unsere Schule nicht“, betont Bildungsminister Commerçon. „Mir war es von Anfang an wichtig, dass wir Kinder aus saarländischen Familien mit Kindern aus internationalen Familien gleichermaßen ansprechen. Es wird also keine Schule, die ausschließlich für den Nachwuchs der Helmholtz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter errichtet wird. Im Gegenteil. Die Schule wird eine echte öffentliche Ganztagsschule für alle, die eine multilinguale und multikulturelle Bildung mit Anschlussfähigkeit in internationale Schulsysteme wünschen.“

 

Minister Commerçon wird im Anschluss an den EU-Bildungsministerrat am 26. November als Vertreter der Länder für den Bereich Bildung an einem Gespräch zum Thema Zukunft der Europäischen Schulen mit EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger in Brüssel teilnehmen. Hier wird es auch darum gehen, die Situation der Europäischen Schulen weiter zu verbessern.

 

Derzeit laufen im Ministerium für Bildung und Kultur die Vorbereitungen für das Akkreditierungsverfahren in Brüssel. Europaweit gibt es lediglich 14 „anerkannte Europäische Schulen“. Neben der „Europäischen Schule RheinMain“ in Bad Vilbel wäre die Saarbrücker Schule erst die zweite bundesweit.

 

„Ich freue mich, dass wir in Saarbrücken eine Schule errichten, die in ihrer kulturellen Vielfalt den Schülerinnen und Schülern eine multilinguale und globale Schulbildung ermöglicht und unsere Kinder zu einer toleranten Lebensführung in einer komplexen Welt befähigt. Gleichzeitig bietet der Besuch der Schule die Chance, auf dem internationalen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so Commerçon.

Die anerkannte Europäische Schule wird alle deutschen Abschlüsse (Hauptschulabschluss, Mittlerer Bildungsabschluss) sowie das europäische Abitur, das zentral von Brüssel erstellt wird, anbieten. Das europäische Abitur ist in allen 28 Mitgliedsstaaten anerkannt und wird von internationalen Hochschulen als Zugangsvoraussetzung akzeptiert.

 

Geplant sind für die Eingangsklassen drei Sprachsektionen (Deutsch, Englisch, Französisch), die die Unterrichtssprache vorgeben. Gleichzeitig wird von Schuleintritt an eine erste Fremdsprache unterrichtet, eine zweite und dritte folgen in höheren Klassen. Schüler_innen der französischen Sektion können mit dem Eintritt in die Sekundarstufe des weiterführenden Bereichs zum Deutsch-Französisches Gymnasium (DFG) wechseln, Schüler_innen der deutschen und englischen Sprachsektion verbleiben in der Europäischen Schule. Zu den drei Sprachsektionen ist Unterricht in weiteren Sprachen, z.B. Spanisch, je nach Schülerzuzug möglich. Neben der multilingualen Bildung und individuellen Förderung werden die Medienpädagogik und der Einsatz digitaler Medien eine der Leitideen der Schule sein.

 

Derzeit prüft das Ministerium mit den Schul- und Kitaträgern, Stadt und Regionalverband Saarbrücken, auch verschiedene Standorte im Stadtgebiet Saarbrücken. Bis zur Errichtung eines Campus mit Kita und Schule für alle Klassenstufen 1-12 wird es eine Zwischenlösung an bestehenden Standorten geben, so dass die anerkannte Europäische Schule zeitnah starten kann.

 

In Klärung sind derzeit neben der Standortfrage auch noch die Kriterien für den Zugang für die Schülerinnen und Schüler an die Europäische Schule in Saarbrücken.

 

Hintergrund:

Anerkannte Europäische Schulen gehören dem System der Europäischen Schulen an. Die Verwaltung und Finanzierung einer anerkannten Europäischen Schule unterliegt der Zuständigkeit des Mitgliedstaates. Der Standort einer anerkannten Europäischen Schule wird von dem Mitgliedstaat vorgeschlagen, der die Eröffnung dieser Schule in seinem Hoheitsgebiet beantragt. Im Saarland laufen im Ministerium für Bildung und Kultur derzeit die Vorbereitungen für das Akkreditierungsverfahren in Brüssel.

Bildungsminister Ulrich Commerçon

Die Schule wird eine echte öffentliche Ganztagsschule für alle, die eine multilinguale und multikulturelle Bildung mit Anschlussfähigkeit in internationale Schulsysteme wünschen.

Bildungsminister Ulrich Commerçon