Das TGBBZ I Saarbrücken arbeitet zukünftig im Bereich "Bauwesen" mit dem Lycée des métiers Dhouda im südfranzösischen Nîmes zusammen.
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Erfolgreiches europäisches Ausbildungsprojekt: Deutsch-Französischer Berufsschulzweig wird erweitert

Das Modell „Deutsch-Französischer Berufsschulzweig“ gibt es im Saarland bereits in drei Bereichen: „Automobil“ am BBZ St. Ingbert, „Tourismus“ am KBBZ Halberg und „Hotellerie/Gastronomie“ am TGBBZ II Saarbrücken. Jetzt kommen mit „Bauwesen“, „Energie“ und „Informationssysteme“ drei weitere Bereiche hinzu. Bildungsminister Ulrich Commerçon wird dazu am 22. November 2018 im südfranzösischen Nîmes mit Béatrice Gille von der Académie Montpellier eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen. Als Partner werden zukünftig das TGBBZ I Saarbrücken und das Lycée des métiers Dhouda in Nîmes zusammenarbeiten.

79 Views 06.11.2018

Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur: „In der Zusammenarbeit mit Frankreich hat das Saarland ehrgeizige Ziele definiert. Und wir sind echte Vorreiter. Im Bereich der beruflichen Schulen setzen wir diese im Deutsch-Französischen Berufsschulzweig bereits sehr erfolgreich um. Hier fördern wir die fachliche Sprachkompetenz, die Mobilität und die beruflichen Chancen von Jugendlichen. Natürlich wollen wir die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit unserer Jugendlichen damit verbessern. Aber wir machen junge Menschen im Saarland und in den Partnerregionen damit auch zu selbstbewussteren und überzeugteren Europäern. Das ist mir ein ebenso großes Anliegen.“

 

Wesentliche Elemente der Kooperation werden – wie bereits in den bestehenden Bereichen – der verstärkte Fachunterricht in der jeweiligen Partnersprache und die gegenseitigen Austausche mit Fachpraktika in Betrieben im Partnerland sein. Die Jugendlichen im Saarland erhalten durch den neuen Zweig einen direkten Einblick in die französische Arbeitswelt in den Bereichen Bauwesen, Energie und Informationssysteme. Sie lernen zum Beispiel französische Werkstatteinrichtungen, Normen und Gesetze kennen. Im Gegenzug können französische Jugendliche im Saarland Praxisphasen absolvieren.

 

Am 22. November wird Minister Commerçon auch die Erweiterung des bestehenden Deutsch-Französischen Berufsschulzweiges in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie formal unterzeichnen. Diesen gibt es zwar bereits am TGBBZ II Saarbrücken in der Praxis, eine offizielle Unterzeichnung stand allerdings bisher noch aus. Neben dem KBBZ Saarbrücken Halberg im Bereich Tourismus wird damit das TGBBZ II Saarbrücken dann offiziell als Partnerschule im Bereich Hotellerie und Gastronomie mit dem Lycée des métiers de la gastronomie, de l’hôtellerie et des tourismes Georges-Frêche Montpellier zusammenarbeiten.

 

Hintergrund:

Das Modell des Deutsch-Französischen Berufsschulzweiges zielt auf die Förderung der internationalen Mobilität und des beruflichen Austausches zwischen Frankreich und Deutschland bereits während der dualen Ausbildung. Ein zentraler Aspekt in der Umsetzung ist, dass zusätzliche Hürden für die Auszubildenden, zum Beispiel sprachliche Voraussetzungen, zusätzliche verpflichtende Prüfungen und finanzieller Mehraufwand vermieden werden.

 

Die Finanzierung der Austausche ist langfristig über ProTandem – die Deutsch-Französische Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung –gesichert. Finanzierungsmodelle des Deutsch-Französischen Jugendwerks können ebenso integriert werden. Auch eine Ausweitung über Erasmus+ ist möglich. Über die erbrachten Leistungen bzw. erworbenen Qualifikationen werden den Jugendlichen entsprechende Bescheinigungen ausgestellt. Neben den Fachaustauschen in den Betrieben für die Jugendlichen sind im Programm auch Austausche für Lehrkräfte vorgesehen.

Mit dem Deutsch-Französischem Berufsschulzweig fördern wir die fachliche Sprachkompetenz, die Mobilität und die beruflichen Chancen von Jugendlichen. Natürlich wollen wir die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit unserer Jugendlichen damit verbessern. Aber wir machen junge Menschen im Saarland und in den Partnerregionen damit auch zu selbstbewussteren und überzeugteren Europäern. Das ist mir ein ebenso großes Anliegen.“

Bildungsminister Ulrich Commerçon